Petrus muss ein Fan des Mechtersheimer Fasnachtszugs sei, denn er hatte gestern strahlend die Sonne über dem Römerberger Teilort scheinen lassen, den närrischen Ereignis beste Rahmenbedingungen präsentiert. Das hatten sich die Mederscher aber auch verdient, denn der 36 Nummern lange Zug setzte sich ausgewogen aus phantasievollen Wagen, bunten Fußgruppen und schwungvollen Musiknummern zusammen.
Die angesagteste Location für Partys und eine Vielzahl anderer Veranstaltungen - nicht nur in Speyer sondern in der Region - ist das mit einem Wahnsinns-Glasdach versehene "Forum" des Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Der ehemalige Innenhof ist eine gelungene Symbiose aus Tradition und High-Tech-Architektur, das den Anspruch des Hauses symbolisiert, Mittler zwischen der Vergangenheit und dem Heute zu sein. Bild: Teuflisches Vergnügen hatten die beiden Schönen der Nacht bei der Hexen-Faschings-Party.
Es ist einfach nicht zu fassen. Dem Oberbürgermeister ist es wieder nicht gelungen, rechtzeitig zu fliehen. Werner Schineller hat es zudem verschwitzt, den städtischen Ordnungsdienst zu seinem Schutz aufzustellen. Die Polizei hat erst gar nicht eingegriffen. Also: Pech für den Stadt-Chef! Vom Altpörtel kommend zogen die Heerführer der Spey'rer Narretei auf das Stadthaus zu, voran die Trommler und Fanfaren des Fanfarenzugs "Rot/Weiß" Speyer.
Die Damensitzung am Schmutzische Dunnerschdaach war der Knaller der Speyerer Karnevalgesellschaft. 512 Weiber machten den großen Saal der Stadthalle zum Tollhaus. Zwei Höhepunkte bescherten die Oberweiber als Piratenbräute der männerlosen Gesellschaft: den Abschied von Margitta "Gittl" Hoffmann als Sitzungspräsidentin und die Show der "Kätsche Feierdaach" Jutta Hinderberger. Aber, ohne die Krone der Schöpfung ging's doch nicht. Vor allem die Saaltechnik war selbstverständlich eine Männerdomäne, wie immer. Bild: Margitta Hoffmann (2. v. re) übergibt Sitzungsleitung an Katrin Rausch (links).
Von Franz Gabath Die Prunksitzung der Böhler Hängsching war ein kompromissloser Angriff auf die Lachmuskeln. Über sechs Stunden attackierten die Böhler Fastnachter das Zwerchfell ihrer Gäste in der zur Narrhalla dekorierten VT-Halle in der Lindenstraße. Und die kostümierten Narren dankten es ihnen mit donnerndem Applaus und unzähligen Raketen.
Da staunte die Masse der Kunden im Marktkauf nicht schlecht - am Samstag stürmten Narrenvereine das Einkaufszentrum und ließen sich von der Geschäftsleitung die Schlüssel übergeben. Geschäftsführer Sven Sommer freute sich: bis Aschermittwoch mache er jetzt frei und die Narren müssen nun täglich ab 5:30 Uhr da sein und mit der Arbeit beginnen. Der Spaß nahm schlag 11.11 Uhr mit dem Einmarsch des Fanfarenzuges "Rot/Weiß", mit dem CCS, dem CVR, der zum ersten Mal am Narrensturm dabei war, mit dem TVK und mit der Ranzengarde seinen Lauf.
Helau! Ahoi! Hajo! Olé! - das war am vergangenen Freitag bis mitten in die Nacht hinein im Ägidienhaus zu hören. Viele vierstufige Raketen wurden dort abgeschossen. In die heiligen Hallen des Sankt Ägidius hatten Gott Jokus und die Interessengemeinschaft Behinderte und ihre Freunde (IBF) eingeladen. Da war echt was los! Die IBF hatte eine richtig tolle Party abgezogen. Diese Fasnacht ist traditionell ein "Pflicht-Termin" des närrischen Hochadels, der sich zudem Spaßes halber das Mundwerk der Vereinsmeier-Präsidentin und Chefin der Ranzengarde Anke Pätzel gefallen lässt. Anke hat herzerfrischend moderiert ("Wann der Knutas Frauwe sieht, macht der alles ganz lez")
Schä waas, klor waas un luschdisch: Die Speyerer Karnevalgesellschaft hatte eine beinah' volle Hütte, der große Saal der Stadthalle war mit vielen großen Brezeln wunderhübsch dekoriert - ein Hinweis auf 100 Jahre Brezelfest -, der Speyerer Tanzsportclub lieferte wieder was Tolles für's Auge, die Bütt für die Ohren. Das Motto der Kampagne: "Untrennbar seit eh un je - die Brezel un die SKG". Malermeister Janko Cerin sorgte für das passende Bühnenbild. Stark vertreten war das politische Speyer - allen CDUlern, SPDlern, Freidemokraten und Wählergrupplern voran der Oberehren-Narr der SKG, Oberbürgermeister Werner Schineller.
"Auf in die Karabik" machten sich in diesem Jahr die Hanhofener "Burgfunken" bei ihrer Prunksitzung im Haus Marientrauth, wie schon am Bühnenbild mit Meeresdesign ersichtlich wurde. Zeitweise thronte auch der Elferrat in Hawaiihemden, trieben auf der Bühne Piraten und Strandurlauber ihr närrisches Unwesen. Die Veranstaltung war geprägt von Tanznummern und Playbackeinlagen. So machte Minigarde die Ouvertüre und Nachwuchsnärrin Julche aus de Fichtestroß (Julia Flörchinger outete sich als umtriebige Nervensäge.
"Seniorenfasenacht,- wie es früher einmal war...", mit Büttenreden, Liedern und Späßen und unter der souveränen Leitung von Hans Gruber und Vertretern der Speyerer Fastnachtsvereine kam Schwung und gute Laune ins Erzählcafé.
Von Franz Gabath Mit einer schwungvollen Prunksitzung mit „Jubel, Trubel, Heiterkeit“ wie Sitzungspräsident Sven Jandura angekündigt hatte, starteten die Bessem die erste der drei Prunksitzungen in der 53. Kampagne 2009/2010. Die Juniorengarde „Rehbachnixen“ feiern ihr 50. jähriges Bestehen. Die „Minibessem“ sind 25 Jahre alt. Nur „Eigengewächs“ gestalteten die fünfstündige Narrenschar.
Ausgelassenen närrische Stimmung herrschte bei der großen Prunksitzung der Carneva-Club Speyer 2000 am Samstagabend in der Stadthalle. Begleitet von den Sitzungspräsidenten Matthias Janson und Hartmut Oppinger zündeten die Aktiven ein buntes karnevalistisches Feuerwerk. Der Fanfarenzug Rot-Weiß Speyer unter der Leitung von Eckhard Krieg bildete beim Einzug traditionell die Vorhut, gefolgt von Lady Carneval Steffi II., Elferrat, und Aktiven. Bild: Mit einer gehörigen Portion Selbstironie und einem Lied brachte Hans Gruber den Saal zum Toben.
Potztausend! Ein neues Fest erblickte am Wochenende in Speyer das Licht der Welt. Und was für eins! Was der noch keine zwei Jahre junge Guggemusikverein "Speyrer Brezlkracher" am Samstagabend in Marsch setzte, war geil. Der erste Speyerer Nachtumzug hatte eingeschlagen, war ein Volltreffer. Schon lange bevor es los ging standen einige tausend Leut' am Straßenrand, labten sich vor und nach dem phantastischen Lindwurm im Narrendorf auf dem Festplatz, das alles geboten hatte, vom Kinderkarussell bis zum Spießbraten.
Das hat wieder derart gefunkt, dass das Narrenvolk im Ägidienhaus einen fetten Spaß hatte. Der Carnevalverein "Rheinfunken" hatte zu einer Prunksitzung eingeladen, die mit Kurzweil gespickt war, in der mengenweise Raketen in den Jokushimmel abgefeuert wurden. Zum Dank dafür, dass er "der Speyerer Fasnacht wohlgesonnen ist", bekam der zum Jahresende scheidende Oberbürgermeister Werner Schineller vom Präsidium den CVR-Narrenkrug Nummer 7 und vom CVR-Narrenchor "Die Spey'rer Brezle" ein Chor-T-Shirt geschenkt.
Schon seit Jahren ist der Gospelchor Lingenfeld als Ausrichter von Großveranstaltungen ein Garant für Außergewöhnliches. Eines dieser Mega-Events wird von vielen schon als Kult- oder Pflichtereignis im südpfälzischen Raum bezeichnet. Gemeint ist der legendäre Faschingstanz in Lingenfeld - Insider reden vom Gospelchor-Fasching.