Geschafft - die "Weinschmitts", Elke und Louis, sind im indischen Goa angekommen (über ihre Abreise hatten wir berichtet). Sie mussten ihre Fahrräder unter den Augen des Zolls zusammenbauen, lernten, wie sie mit dem chaotischen Linksverkehr und der Polizei klar kommen und erholen sich jetzt nach der langen Flugreise zuerst einmal am Strand des Arabischen Meeres. Foto: Geschafft - die "Weinschmitts" Elke und Louis sind im indischen Goa angekommen. Zwei jahre lang werden sie in Asien per Drahtesel unterwegs sein und in aktuell darüber berichten.
"Hallo Ihr speyer-aktuell- und vorderpfalz-aktuell-Leser und liebe Zuhausegebliebenen!", so schreiben uns die "Weinschmitts" aus dem fernen Goa. "Zunächst einmal möchten sich Elke und ich für die unzähligen Abschiedsfeten bedanken. Hoffentlich seid Ihr bei unserer Rückkehr in zwei Jahren noch alle gesund. Ab Flughafen Frankfurt verlief zunächst alles erstaunlich gut. Der Flug war ohne Turbulenzen, sogar das Essen schmeckte mit einem Carbernet Sauvignon vom Weingut Vollmer (Argentinien) sehr gut. So gegen vier Uhr morgens landeten wir in der Hauptstadt Panajim des indischen Bundesstaates Goa an der mittleren Westküste.
Unser Gepäck und die Fahrräder kamen natürlich verspätet aus dem Flieger, so dass wir am Zoll die Letzten waren. Die Zöllner wollten nicht glauben, dass in den zwei großen Kartons unsere Fahrräder steckten. Da das Personal und wir gerade nichts besseres zu tun hatten, bauten wir direkt am Schalter, vor ihren Augen die Fahrräder zusammen. Könnt Ihr Euch vorstellen, was wir dabei für einen Spaß hatten? Über 20 Inder wollten uns behilflich sein. So gegen 6:00 Uhr, es wurde langsam hell, da ließen uns die freundlichen Menschen auf ihr chaotisches Verkehrssystem los. Linksverkehr, ständiges Hupen, zum verrückt werden. Doch nach zwei zermürbenden Stunden hatten wir uns daran gewöhnt. Klatschnass geschwitzt und völlig übermüdet erreichten wir nach 38 Kilometern den Strand von Colva. Mit etwas Glück fanden wir ein sauberes Zimmer mit Dusche, Terrasse und einem schönen Garten, für 300 Rupien, etwa fünf Euro, die Nacht. An einem der schönsten und längsten Strände Indiens wollen wir uns nun einige Tage erholen und entspannen.
Unsere Geschmacksnerven wurden durch die Vielzahl der verschiedenen Essen und Gewürze ganz schön strapaziert. Für Vegetarier ein Mekka. Wenn das so weiter geht, werde ich auch noch ein Rohköstler. Wir haben uns sogar schon an den Chai Tee gewöhnt. Also ehrlich, Wein aus der Pfalz schmeckt mir viel besser. Gestern haben wir uns eine Vespa gemietet, um die Gegend um Colva und andere Strände zu erkunden. Und gleich die erste Polizeikontrolle. Mit dem besten Gewissen der Welt fahrend, lassen wir uns stoppen. Unser Zweisitzermoped war ja bezahlt und versichert. Wir trugen Helme und meinen Führerschein hatte ich auch dabei - uns kann nichts passieren. Der sehr junge Polizist überprüfte meine Papiere und lächelte. Freundlich erklärte er uns, dass in Indien der deutsche Führerschein nicht akzeptiert werde, wir sozusagen ohne Führerschein auf Indiens Straßen fahren. Er wollte den internationalen Führerschein sehen. Den hatte ich aber nicht. Immer noch grinsend verlangte er von uns 1500 Rupien (25 Euro). Elke erzählte ihm mit pfälzischem Gemisch das Blaue vom Himmel und wurde dabei immer lauter. Mit Frauen, die so energisch auftreten, hatte der junge Inder noch keine Erfahrung. Er kam ins Schwitzen und merkte bald, dass er so nicht weiter kam. Also machte er ein Angebot mit 1000 Rupien, dann 900, danach 400. Zum Schluss drücke ich ihm 150 Rupien (2,50 Euro) in die Hand. Er steckt sich das Geld schnell in die Hosentasche, die schon voll mit ergatterten Rupien war. Nun konnte er wieder lächeln. Auch Elke und ich hatten unser Erfolgserlebnis. Wir verabschiedeten uns wie alte Freunde." Mehr wollen die Weinschmitts vorläufig noch nicht verraten. Über Ihre gigantische Radtour, quer durch Indien und weiter, wird speyer-aktuell regelmäßig berichten. (els/Fotos: Weinschmitts)
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