Von Roland Meinhardt Bei einem Spaziergang entlang des Rehbachs kann der aufmerksame Beobachter den Vogel des Jahres 2009, den bunten Eisvogel, bei dessen rasanten Schwirrflug dicht über der Wasseroberfläche regelmäßig beobachten. Der scheue Fischliebhaber patrouilliert dabei die Gräben und den Wasserlauf des Rehbachs vom Schifferstadter Bahnweiher bis zur Gemarkungsgrenze an der A 61. Foto: Der Vogel des Jahres 2009, der farbenprächtige Eisvogel, ist auch in Schifferstadt zu beobachten.
Am besten flaniert der Beobachter einfach mit offenen Augen zwischen Wasserturm und der Brücke an der Bleichstraße entlang. Wenn etwas Blaues mit schnellem Flügelschlag geradlinig vorbeigeschossen ist, haben er ihn gesehen. Die Nachsuche mit einem Fernglas kann sich lohnen, denn nicht selten hat sich der Eisvogel auf einer seiner Lieblings- Sitzwarten niedergelassen. Hier sitzt er oft geduldig auf seinem Ansitz über dem Bach und stürzt sich von dort ins Wasser zum Fischfang. Der lange, kräftige und spitze Schnabel dient ihm dabei als Jagdspeer, wenn auch ohne Erfolgsgarantie. Nach geglücktem Fang kehrt der Eisvogel zu seinem Ansitz zurück, staucht und stößt die erbeuteten Leckerbissen zurecht, um sie, Kopf voran, mit hoch emporgerecktem Schnabel zu verschlucken. Der Eisvogel nistet gern in Bruthöhlen in sandigen, steilen Uferabbrüchen. Mit vollem Körpereinsatz wird hier gehackt und gegraben, mit den Füßen gescharrt und mit dem Schwanz die lose Erde weg geschoben, bis die armlange Röhre bezugsfertig ist und die stressige Zeit für die Eisvogel- Eltern mit ihren bis zu sieben Jungen anbricht. Der selten gewordene fliegende Edelstein kann nur dort leben, wo es noch naturnahe Gewässer gibt. Kanalisierte, begradigte und verbaute Fließgewässer ohne Steilufer lassen ihm hier keine Lebensmöglichkeiten. Selbst im strammen Winter des Jahres 2009 harrt der kleine Kerl bei uns aus. Wenn aber die Gewässer lange zugefroren sind, kommt er auch in Schifferstadt nur schwer über die Runden. (Foto: Ninkovic)
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