Von Roland Meinhardt Jetzt, nachdem halb Schifferstadt sie gesehen hat, sagen sie "Auf Wiedersehen“. Im April ist es für die starengroßen Seidenschwänze höchste Eisenbahn, um sich auf die weite Reise in den hohen Norden Europas zu begeben. Nach einem kräftigen, letzten Auftanken an den roten Beerenfrüchten am Stadtrand heißt es für die auffälligen Vögel mit dem beige- bis roséfarbenen Gefieder Abschied nehmen aus der schönen Pfalz, die ihnen einen Winter lang zur Wahlheimat geworden war. Foto: In diesem Winter hatten sich besonders viele der auffälligen Vögel aus dem Norden bei uns aufgehalten.
Vielen Schifferstadter Bürgern waren die in Gruppen auftretenden, geselligen Seidenschwänze 2009 aufgefallen. Mit solch einer tollen, wild nach hinten abstehenden Haube auf dem Kopf muss das schon ein besonderer Piepmatz sein. Durch das Fernglas betrachtet erscheinen die hübschen Vögel regelrecht exotisch und man hat gleich das Gefühl, dass man keine Einheimischen vor sich hat. Ihre schwarze Gesichtszeichnung, die weißen und roten Markierungen im Flügel und die gelbe Schwanzspitze verleihen ihnen ein apart-elegantes Aussehen. Zwanzig bis dreißig Seidenschwänze zusammen auf einem Baum am Rehbach: Das lässt das Herz des Vogelfreundes höher schlagen. Natürlich machen so viele Vögel auch einigen Lärm. Typisch sind die "sirrenden" Rufe, die die Vögel auch fürs Ohr unverwechselbar machen. In diesem Jahr hatten sich besonders viele Seidenschwänze zu uns gewagt. Solche Invasionen, die man in dem vergangenen Winter auch von anderen Städten kennt, ereignen sich alle paar Jahre. Wenn das Nahrungsangebot in ihrem Brutgebiet ausnahmsweise gering ausfällt, zieht es die Vögel aus der nordischen Taiga Skandinavien und Sibirien zu uns nach Mitteleuropa. Tausende der Vögel machen sich dann auf die Suche nach Gebieten, in denen die Bäume und hohen Sträucher wie Eberesche, Weißdorn, Schneeball aber auch Misteln reichlich Beeren tragen. Hoffentlich hat es unseren Seidenschwänzen bei uns gefallen. Vielleicht dürfen wir sie dann wieder im nächsten Winter als Bereicherung unserer Fauna begrüßen. (Foto: Schulz- Benick)
|