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Heimische Tierwelt: Der Grünspecht - Klopfender „Bekloppter“ - "Unverschämter Hacker" attakiert schon mal Heusfassade - Auch schon NASA-Raketenstarts verhindert

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Kategorie: NATUR UND UMWELT
Veröffentlicht am: 30. December 2009 19:54 - 332 Hits

Von Roland Meinhardt

Selbst die größten Tierfreunde kommen mit ihrem Verständnis an Grenzen, wenn unverfrorene Burschen wie dieser Schifferstadter Grünspecht anfangen, ihre mit viel Aufwand sanierte Hausfassade zu zerstören. Immer wieder taucht der klopfende „Bekloppte" auf und vergrößert das Loch in der frisch wärmegedämmten Außenwand. Warum hat sich der unverschämte Hacker ausgerechnet meine Fassade herausgesucht, fragt sich da der verzweifelte Hausbesitzer? Und vor allem: Wie werde ich den Plagegeist schnell wieder los?
Bild: Hackt schon mal ein Loch zum Nestbaus in die Hausfassade: der Grünspecht.

 

Keinen wirklichen Trost bringt die Tatsache, dass Spechte durch ein solch absonderliches Hack- Verhalten an Kälteisolierungen schon Raketenstarts der NASA um Wochen verzögert haben.

Dem geschickten Kletterkünstler fällt es nicht schwer, an der rauen Fassade Halt zu finden. Seine starken Krallen und die harten Federn seines kurzen Stützschwanzes leisten ihm dabei hervorragende Dienste.

Eigentlich ist der Grünspecht ein typischer Bodenspecht, der mit seiner klebrigen Zunge Ameisen als seine Lieblingsspeise direkt vom Ameisenhaufen aufpickt. In luftiger Höhe scheint er hinter der für ihn weichen und hohl klingenden Wärmedämmung Fraßgänge von Insekten und reiche Beute zu vermuten. Bei einer morschen Borke liegt er damit meistens richtig, bei einer wärmegedämmten Außenwand gibt es außer weißen Polystyrol-Kügelchen aber nicht viel zu holen. Vielleicht macht ihm das Hämmern und Löcher hauen aber einfach nur Spaß. Der Specht tut es, weil er es eben kann. Yes, I can!

Was kann man jetzt aber anstellen, um einen solch besessenen Klopffreund von seinem frevelhaften Werk abzuhalten? Das Spannen von dünnen Drähten an den betreffenden Stellen, aber auch das Anbringen von Windspielen aus Alu- Blechstreifen oder bunten Plastikbändern haben sich als erfolgreiche Maßnahmen erwiesen, um dem Specht die Freude am Aufhacken der Fassade zu nehmen. Die Bewegungen der Teile und das funkelnde Blinken des widerspiegelnden Lichts nerven ihn sehr.

Alternativ können auch aufgeklebte Greifvogel- Silhouetten dem Specht das Fürchten beibringen und ihn lehren: Specht, bleib bei deinen Bäumen. (Foto: Neff)          


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