Von Klaus Stein
"Auf in die Karabik" machten sich in diesem Jahr die Hanhofener "Burgfunken" bei ihrer Prunksitzung im Haus Marientrauth, wie schon am Bühnenbild mit Meeresdesign ersichtlich wurde. Zeitweise thronte auch der Elferrat in Hawaiihemden, trieben auf der Bühne Piraten und Strandurlauber ihr närrisches Unwesen. Die Veranstaltung war geprägt von Tanznummern und Playbackeinlagen. So machte Minigarde die Ouvertüre und Nachwuchsnärrin Julche aus de Fichtestroß (Julia Flörchinger outete sich als umtriebige Nervensäge.
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Begleitet vom Beifall der Zuschauer, darunter Landtagsabgeordneter Dr. Axel Wilke, Verbandsbürgermeister Peter Eberhard und die Ortsbürgermeisterin Friederike Ebli, wirbelte tanzmariechen Jana Winkler über die Bühne. Als "Zitrusfrüchteparadies" sieht Marktfrau Silke Aschbacher den Köroper einer Frau - zu 90 Prozent Orangenhaut, lästerte sie über ihre Geschlechtsgenosinnen ab, was ihr Lachsalven des Publikums bescherte. Den Superstar fand sie allerdings in der Karibik nicht.
Eine Hymne auf die Gulaschsuppe sang Miriam (Mimi) Lehr, an diesem Abend im fasnachtlichen Dauereinsatz. Ihr Gulaschsuppenblues machte richtig Appetit auf die feurige Spezialität und animierte das Publikum zum ersten Mal, Zugabe zu fordern, die auch nicht verwehrt wurde.
Bei den Tratschweibern (Karin und Annemarie Lehr) drehte sich alles nur um das Eine: MMS - eine auf mehrere Arten zu interpretierende Kurzformel für Montag/Mittwoch/Samstag sex bei frisch verheiratete, der sich nach einiger Zeit zu MMS März/Mai/September verändere oder auch zu ManchMal kann ich Schon.
Ein schweinisches Vergnügen bereiteten Brabara Grundhöfer, Mimi Lehr und Rebecca Bohrmann mit ihrer Schweinegrippe-Playbackeinlage: Keine Sau ruft mich an, kein Schwein interessiert sich für micht, jammerten sie saumäßig komisch.
"Ich bin so Doof wie ä Tunnel", so die Selbsteinschätzung der "Doofen Hilde" Alias Brigitte Sümnig vom Karnevalsclub Rot-Weiß Lachen, geplagt von Winden die nicht wissen, ob sie oben oder unten raus sollen.
Verstärkung hatten die Burgfunken auch vom Otterstadter Karnevalsclub. Deren Männerballett "Elwetritsche" war einer der Höhepunkte des Abends, denn gekonnt steppten sie wie "Lord of the Dance" mit Grazie über die für die vielbeinige Nummer etwas zu kleine Bühne. Ein "hochgeistiges Referat" hielt KCO-Aktiver Steffen Rüth. Sehr zur Freude der Hanhofener hatten seine "Forschungsergebnisse" ergeben, dass die Harthausener "ein Fehler der Schöpfungsgeschichte" seien und die Grenze zwischen Intelligenz und Wahnsinn kurz hinter dem hanhofener Sportplatz verlaufe.
Der unbestrittene Höhepunkt der Sitzung war Kättche Feierdach, verkörpert von Jutta Hinderberger, die in diesem Jahr besonders sexy ist, geizt sie doch bei ihrer "Stripshow" nicht mit ihren üppigen weiblichen Reizen und hat einen Tiger im Gitterbett. Mit ihren Tanz an der Stange sprich am Ofenrohr bringt sie die Männerwelt vollends zum Rasen. So machte sie sich Bürgermeister Peter Eberhard gefügig, der ihrem Charme nichts entgegenzusetzen hatte und als Belohnung ihr das Strumpfband ausziehen durfte.
Schadenfreude pur beim Publikum, als sich Promis beim Limbo-Tanz versuchten und dabei mehr als komische Verrenkungen machten.
Die Gruppe "Dance Connection" des TV Dudenhofen zeigten eine ihr meisterliches Können mit ihrer Feuer-und-Eis-Show. Ein Beleg für die gute Jugendarbeit waren die Auftritte der Kinder- und Juniorengarden, die nicht nur klassischen Gardetanz zeigten sondern auch mit Schautänzen zu überzeugen wussten. Nicht zu Vergessen die Aktivengarde, die gleich mehrfach zeigte, was in ihr steckt.
Das gemischte Männer/Frauenballett setzte mit einen nebulösen Geistertanz zur Musik von "Thriller" und der "Rocky Horror Picture Show" den tänzerischen Schlusspunkt, bevor es im großen Hitparaden-Playback-Finale noch einmal turbulent wurde.
Erwähnenswert auch, dass 11,11 Prozent des Umsatzes bei Speisen und Getränken als Spende für Haiti abgezweigt werden. Liebe Hanhofener Fasnachter, die ihr Humor habt und dem Autor seine Schlussbemerkung deshalb nicht Übel nehmt, aber das mit dem Sitzungspräsidenten geht gar nicht. Der gute Mann versprüht den Esprit einer Packung Valium, was den Spaß an der Prunksitzung merklich dämpfte. Dabei habt ihr jemand, der das kann, wie beim Ausfall des Mikrofons zu hören war und jemand anderes kurzfristig einsprang. (Fotos: ks)
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