Von Franz Gabath Die Prunksitzung der Böhler Hängsching war ein kompromissloser Angriff auf die Lachmuskeln. Über sechs Stunden attackierten die Böhler Fastnachter das Zwerchfell ihrer Gäste in der zur Narrhalla dekorierten VT-Halle in der Lindenstraße. Und die kostümierten Narren dankten es ihnen mit donnerndem Applaus und unzähligen Raketen.
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Einen Streifzug, sowohl durch die große Politik, als auch durch das lokale Geschehen mit den unvermeidlichen Sticheleien gegen die Bürger des Ortsteil Iggelheim, unternahm Protokoller Christian Ronge. Aus dem Leben eines älteren Ehepaares berichtete der „Hoiner aus Fussgännem. „Sin mer fort und moi Fraa segt mer was, hab ich des bis mer dehäm sinn wieder vergesse, des is moi Mozartsyndrom" meinte Gerhard Gimpel. Jürgen Baumert berichtete als „Hausmeister auf Lehrgang" über seine skurrilen Lehrgangserlebnisse, nicht ohne die unvermeidlichen Seitenhiebe auf seine saarländischen Lehrgangsteilnehmer. Der „Anheizer vom Fernsehen", Andreas Schäffer, animierte seine Zuschauer sogar zum Tauschen der Plätze um selbst verursachte Platzlücken wieder zu schließen. Die junge Lara Schäffer, die Margit Sponheimer aus Böhl, hatte schnell das Publikum auf seiner Seite. Klaus Hartmann und Volker Lieberknecht boten unter dem Motto „CD ab" ein Kasperle-Theater der besonderen Art. Donnernder Applaus war der verdiente Lohn wenn sie von ihrer Arbeit als „Durchschläger" berichteten, was nichts anderes bedeutete, als dass sie Holzstäbchen in Rollmöpse zu treiben hatten. Der Star der Böhler Fastnacht ist unbestritten Silvia Calles. Ihr Auftritt als Internet- Shopping- Verkäuferin des „KVB", des Karton vun Behl" lies den Saal toben. Für nur 136,60 € enthielt dieser Karton alles was ein Fastnachtsbegeisterter zwischen den Kampagnen braucht. Ob ein Mobile zur Trocknung der Pappnasen oder eine CD die auch dazu da ist, dass man zum lachen nicht in den Keller gehen müsse, ja sogar 100 formschöne Heringskräten hatte die Animatorin im Angebot. Diese dienten zur Herstellung eines eigenen Korsett, unter dem Motto: „Drückst du das Fett aus dem Rumpf, geht es runter in den Strumpf". Und das Beste war die Preisermäßigung auf 111.11 €, wenn bis zum Aschermittwoch bestellt würde. Ein Vortrag, der erfreulicherweise gänzlich ohne Anspielungen auf Körperteile unterhalb des Solar plexus auskam. Die Sketchgruppe entführte auf eine abenteuerliche Kreuzfahrt mit einer speziellen Aerobic-Stunde. Das Männerballett „Die Chantre´-Spatzen" zeigte sein großes karnevalistisches Können zu ABBA-Melodien und entführte die Narren stielvoll kostümiert in die 70er Jahre. Sitzungspräsident Heiko Tanski hatte das Geschehen jederzeit im Griff und führte sicher, routiniert und humorvoll durch den Abend, den Freddy Grumbach musikalisch begleitete. Zu den besonderen Höhepunkten gehören in Böhl die Auftritte der einzelnen Garden, Tanzmariechen und Tanzgruppen. Ein besonders Schmankerl war hier der Auftritt der „Tanz der Solisten", einer Formation die aus den hochdekorierten Solisten der Böhler Hängsching bestand. Ob Däumlinge, Jugendgarde, Junioren-, Weibliche- oder gemischte Garde, alle bieten wie auch die Solisten und Paare höchstes tänzerisches Niveau. Unzählige Pfalz-, Süddeutsche- wie auch deutsche Meister sind in den Reihen der Böhler Hängsching zu finden. Saskia Fickel, Gina Hartmann, mit Pfalzmeister- und Vizemeistertitel dekoriert, Vanessa Ganser und Tim Dommermuth, mehrmalige deutsche Meister seinen hier nur exemplarisch für die anderen hervorragenden Tänzerinnen und Tänzer genannt. Das Finale furioso leitete die Schautanzgruppe ein. Urwaldatmosphäre entstand. Tarzan und Jane huschten über die Bühne zu Urwaldklängen. Mit dieser Darbietung hatte die Gruppe erst vor kurzem den Pfalzmeistertitel ertanzt. Den Schlusspunkt setzten die „Hoi Doi´s „. Bis weit in den nächsten Tag tanzten die Narren auf Tisch und Stühlen und machten eine ereignisreiche Nacht zum Tag. (Fotos: fg)
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