Für eine rege Beteiligung an der Aktion "Autofasten" haben am Aschermittwoch vor dem Speyerer Dom Vertreter der Protestantischen Landeskirche, des Bistums und der Stadt Speyer, der AOK sowie der Umweltschutzorganisationen BUND und NABU geworben. Die ökumenische Initiative, zu der die Kirchen in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Luxemburg aufrufen, lädt dazu ein, während der sechswöchigen Fastenzeit durch umweltfreundliches Mobilitätsverhalten einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten.
Empfohlen wird beispielsweise, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Fahrgemeinschaften zu bilden und kürzere Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Oberkirchenrat Gottfried Müller hob bei der Eröffnungsveranstaltung hervor, dass die Fasten- und Passionszeit nicht nur den Verzicht fordere, sondern durch die Einschränkung auch neue Freiräume und Lebensmöglichkeiten eröffnen wolle. So könne das "Autofasten" dazu beitragen, durch mehr Bewegung etwas für die eigene Gesundheit zu tun oder durch Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel den Umweltschutz zu unterstützen. Domkapitular Franz Vogelgesang bezeichnete die Fastenzeit als "eine Zeit der Umkehr und der Hinkehr zu Gott, der das Leben will". Dies müsse sich aber auch im konkreten Handeln niederschlagen. Für die Kirche habe deshalb gerade in der Fastenzeit die Bewahrung der Schöpfung einen hohen Stellwert. Und Vogelgesang unterstrich: "Wir brauchen in Sachen Umweltschutz eine sehr große Koalition." Umweltdezernent Frank Scheid erklärte, die Stadt Speyer unterstütze gerade im Hinblick auf den Klimawandel die "Aktion Autofasten" gern. Weniger Autoverkehr tue Speyer gut. Die Stadt werde deshalb in den kommenden Monaten einen Verkehrsentwicklungsplan auf den Weg bringen, der den Fahrradverkehr konkret fördern solle. BUND-Landesvorsitzender Dr. Bernhard Braun und NABU-Vertreterin Carmen Schauroth verwiesen darauf, dass der Klimaschutz nur erfolgreich sein könne, wenn der CO2-Ausstoß, für den der Autoverkehr die Hauptquelle sei, zurückgehe. Hier liege nicht nur für die Autohersteller, sondern für jeden Autofahrer eine große Aufgabe. Erstmals Unterstützung erfährt das "Autofasten" in diesem Jahr auch durch die AOK Vorderpfalz, die nach den Worten von Thorsten Vollmer damit die Gesundheitsvorsorge fördern will. Eine Anmeldung zum "Autofasten" ist im Internet unter www.autofasten.de oder über die Telefonnummer 06 51/7105-600 möglich. Den pfälzischen Autofastern stellt der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) Bonuskarten für ein Entdeckerticket zur Verfügung, das zum Erwerb einer stark verbilligten Vier-Wochen-Zeitfahrtkarte berechtigt (49 Euro). Außerdem werden unter allen angemeldeten Teilnehmern Sachpreise verlost. (is/Foto: sim)
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