Von Bernhard Bumb
„Ich bin blond und trotzdem fliege ich Hubschrauber“, sagt Sabine Kraus
grinsend. Obwohl sie ein weißes Hemd mit vier Streifen trägt, hätten etliche
Fluggäste beim Einsteigen gefragt: „Wann kommt denn der Pilot?“ Unsere
Gesprächspartnerin lacht und meint: „Wenn ich diese Passagiere aufgeklärt habe,
dann hör’ ich oft ein erstauntes Ahaaa!’“ Sabine ist eine von derzeit zehn
aktiven Berufs-Hubschrauberpilotinnen in Deutschland und eine von wohl zwei
„Hubschrauber fliegenden Müttern“.
Die Pilotin kommt aus Speyer und gehört zum Kreis
der Speyerer Stadtführer. Seit kurzem bietet sie Stadtführungen „durch die Luft“
an. Klar, nicht für „einen ganzen Bus“ ,sondern für zwei oder mehr Teilnehmer.
Aber nicht genug mit der Domstadt aus der Vogelperspektive, sie rotiert mit
ihren Gästen gerne auch über die pfälzischen Lande und über die Metropolregion
Rhein-Neckar hinweg.
„Es ist schon etwas ganz besonderes, die Pfalz von oben mit dem
Hubschrauber zu entdecken, da kannst du zwischen Himmel und Erde einfach mal
stehen bleiben und rumdrehen. Ich finde es toll, hier zu fliegen“, schwärmt
Sabine. Bevor der Hubschrauber abhebt, muss sie manche Gäste beruhigen: „Keine
Angst, Loopings drehe ich keine und unter der Rheinbrücke flieg’ ich auch nicht
hindurch.“
Sabine ist Mutter eines 3jährigen Sohnes, der in Anlehnung an den
Robinson-Hubschrauber Robin heißt. Als ein Fluggast das von ihr erfuhr, habe
dieser erleichtert bemerkt, dass er sich nun sicherer fühle, denn eine Mama
möchte schließlich wieder heil nach Hause zu ihrem Kind. „Das war doch süß“,
sagte Sabine. „Wenn ich nach den Rundflügen lande, sind alle Gäste happy. Viele
wähnen sich noch lange danach wie im siebten Himmel“.
Wie sie auf die Idee gekommen ist, Hubschrauberpilotin zu werden, wollte
speyer-aktuell wissen. Sabine: „Ich war schon als Kind gerne auf Achse, ich mag
Motorräder, Motorboote und fahre gerne schnelle Autos“. Bald entdeckte sie das
Fliegen und als ein Pilot zu ihr sagte: „Wenn du fliegen willst, dann musst du
Hubschrauber fliegen“, war’s soweit. Ihr Mann machte ihr zusätzlich Mut:
„Mach’s!“
Nach einer dreimonatigen Ausbildung hatte Sabine bereits die Linzenz als
Privatpilotin für Helikopter in der Tasche („Es ist schon schwer, Hubschrauber
zu fliegen, schwerer als
Flächenflieger“). Inzwischen ist Sie sogar
Berufspilotin und man nennt die blonde Spey’rer Dame in Kollegenkreisen
liebevoll: „Heli-Biene“. Während ihrer Ausbildung flog sie sogar mit dem
weltbekannten Testpiloten Tim Tucker – „Der hat alles überlebt!“ – und über
Südafrika, zu dem Zeitpunkt war Sabine sogar im 5. Monat schwanger.
Dort fragte ein Pilot: „Haben wir Hunger?“, die Crew antwortete „Ja“ und
schwupp wurde mitten in der Stadt Whitewater (nahe Krüger-Nationalpark) auf dem
Marktplatz gelandet. „Keiner hat sich aufgeregt“, erinnert sie sich. Die Leute
waren begeistert. „Du kannst in vielen Ländern einfach mal runter, wo es die
Plätze hergeben, in Deutschland ist so etwas unmöglich, auch dort, wo’s gehen
würde“. Da werde sich gleich aufgeregt.
Den Umweltschutz und Lärmpegel betreffend betont Sabine: „Helicopter
werden immer leiser, wie dies schon beim Eurocopter 135 der Fall ist, den z.B.
der ADAC zum Einsatz bringt“. (Foto: privat)
Tipp: Die Stadtführung Speyer mal aus der Luft erleben oder Rundflüge über
die Pfalz und bis in den Heidelberger Raum, das bietet Sabine Kraus mit
Helikopter an. Kontakt: Telefon 0171 / 5505506 oder E-Mail
Skraus@heli-pilot.eu
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