Die einen waren auf der Suche nach dem besten trockenen Riesling, die anderen spürten den Kombinationsmöglichkeiten von kandierten Früchten und Pfälzer Weinen nach, die dritten wollten sich einen Überblick über den hoch gelobten Jahrgang 2007 verschaffen – die diesjährige Pfälzer Wein- und Sektmesse bot den Besuchern viele Attraktionen. Entsprechend groß war auch der Andrang bei der 21. Auflage der Leistungsschau der Pfälzer Winzer: Etwa 2500 Besucher kamen an den drei Messetagen in die Salierhalle in Bad Dürkheim.
Die Veranstalter, die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz und die Pfalzwein-Werbung, waren entsprechend zufrieden: „Die Resonanz zeigt, dass der Pfälzer Wein nach wie vor hoch im Kurs steht“, sagte der Leiter des Weinbauamtes Neustadt/Wstr., Stefan Hilz. Im Rahmen der Messe wurden Heinz Bauer, langjähriger Betriebsleiter des Weinguts Dr. Deinhard, sowie Hans-Günther Schwarz, viele Jahrzehnte Kellermeister des Weinguts Müller-Catoir, ausgezeichnet. Geehrt wurden beide vor allem für ihre Verdienste um die Ausbildung des Pfälzer Winzernachwuchses von Norbert Schindler, dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Das besondere Interesse der Besucher galt in diesem Jahr den Weißweinen. Die herausragende weiße Sorte der Pfalz, Riesling, hatten die Veranstalter zur Rebsorte des Jahres gekürt, und ihm konnten selbst so exotische Sorten wie Voignier oder Auxerrois kaum den Rang ablaufen. „Natürlich sind die Leute an ungewöhnlichen Sorten interessiert. Aber unsere Riesling Spätlese steht nicht weit zurück“, sagte ein Winzer. Auch die Kombination von kandierten Früchten und ausgesuchten Weinen fand viele Liebhaber: Etwa 100 Personen folgten den beiden Verkostungen am Sonntagnachmittag, die Matthias Mangold von der Agentur „Genusstur“ angeboten hatte. Viele andere kauften sich für drei Euro ein Probierpaket mit fünf verschiedenen kandierten Früchten und kosteten diese zu den von der Vereinigung „Vinissima – Frauen und Wein“ vorgeschlagenen Weinen. Natürlich war aufgrund dieses Themas auch das Interesse an lieblichen Gewächsen groß. „Aber Eiswein und Trockenbeeren-Auslesen gehen eigentlich immer“, sagte ein Winzer. Bei der Messe konnten die Weinliebhaber 407 Erzeugnisse von 89 Pfälzer Betrieben kosten. Der Löwenanteil entfiel auf die Weißweine, (286 Weine), darunter weit mehr als 100 Rieslinge. Die Mehrzahl der Weine war von der Landwirtschaftskammer im Rahme der Prämierung mit einer Medaille ausgezeichnet worden, 141 davon mit einer Goldmedaille. Als „Entdeckung des Jahres“ kürte eine Jury unter der Leitung von Sommelier-Weltmeister Markus Del Monego und der österreichischen Sommeliere Annemarie Foidl einen 2007er Forster Ungeheuer Riesling Kabinett trocken vom „Lucashof“ sowie die Rotwein-Cuvée „Barrot C“, Jahrgang 2005, vom Weingut Eugen Müller. Beide Betriebe sind in Forst ansässig. Bei dem ausgewählten Riesling gefiel den beiden Experten der „moderne Stil“ und die gelungene Kombination von klassischen Aromen wie Pfirsich und Aprikose und exotischen Grapefruit-Noten. Der Wein überzeuge mit einer „knackig frischen Frucht“. Die Rotwein-Cuvée belegt nach Ansicht der Sommeliers, dass „die Pfälzer im Konzert internationaler Rotweine mitspielen können“. Die Experten attestierten dem Wein „Kraft und Fülle“, gepaart mit einer „wunderschönen Barrique-Aromatik“ und „opulenten, reifen Fruchtnoten“.
Bild v.l.n.r.: Markus Del Monego, Pfälzische Weinköngin Julia Becker, Weingut Eugen Müller / Stefan Müller, Weingut Lucashof / Klaus Lucas, Annemarie Foidl, Edwin Schrank / 1. Vorsitzender Pfalzwein e.V. (spa)
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