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Gegen Knieschmerz: Magerquark und Gummibärchen - Vorträge beim "Knie-Abend" - Unblutige Maßnahmen gegen Arthrose - PECH-Formel bei akuten Verletzungen - "Muskeln dicker, Bauch dünner" - "Volle Hütte" im Domhof-Hotel

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Kategorie: GESUNDHEITSTIPPS
Veröffentlicht am: 07. November 2008 19:10 - 1319 Hits

   Unblutige Maßnahmen und Hightech-Operationen gegen Arthrose waren Themen eines "Knieabends" im Barbarossa-Saal des Domhof-Hotels. Über 150 Interessierte kamen. Der Platz wurde knapp, als  Dr. Helmut Ofer aus Dudenhofen das Startzeichen gab "Die Hütte ist voll, wir fangen an". Zusammen mit dem Kaiserslauterer Unfallchirurgen und Sportmediziner Dr. Wolfgang Franz referierten die beiden über Schmerzart, Ursache, Selbsthilfe und "Wundermittel" bei Kniebeschwerden. Moderator war der Fachjournalist Robert Schäfer.
Foto: 
Dr. Helmut Ofer erkannte im vollbesetzten Saal so manches Patienten-Knie - der Knie-Abend war ein voller Efolg.
 

  So manches (Patienten-) Knie habe Ofer unter den Gästen wiedererkannt. "Wer rastet der rostet" und "Arthrose will bewegt werden", waren Kernsätze des Allgemeinmediziners und Sportarztes. Probleme der Gelenkerkrankung Arthrose entstünden durch Fehlbelastung, Überlastung und Entlastung. Kommen Entzündungen und Rheuma hinzu, werde es schmerzhaft, besonders nachts, bei Wetteränderungen und als Start- und Anlaufschmerzen. Akutsymptome sind Schwellung, Rötung oder ein Erguss. Ofer: "Vor Therapie hat Gott die Diagnose gesetzt". Er empfiehlt daher, früh zum erfahrenen Arzt zu gehen. Der kenne bestimmte Handgriffe und Untersuchungstechniken zur Diagnose. Um die Breite des Gelenkspaltes zu erkennen sei Röntgen erforderlich. Weitere Klarheit bringe die Laboruntersuchung. Erst dann rät er zur teueren Computertomographie (CT). Ziel sei es, den Patienten schmerzfrei zu machen, Entzündungen zu beseitigen, Fehlstellungen zu korrigieren und Muskeln aufzubauen. Begleitende Therapie wären Salbenverbände, Kühlung, magenschleimhautschonende Medikamente und Cortisonspritzen ins Gelenk. Wichtig sei die Bereitschaft des Patienten, knieschonenden Bewegungssport zu betreiben: Nordic-Walking, Radfahren, Schwimmen und meist dringend auch abzunehmen. 
 Schillers "Schmerz ist Leben" stellte Dr. Franz an den Anfang seines Referates. Das natürliche, knorpelige Material mit seiner glatten Oberfläche und gleitenden Eigenschaften, lasse sich technisch immer noch nicht vollkommen produzieren. Gehe Knorpel verlustig, "dann kann man nichts mehr machen". Dieser Ansicht widersetzte sich aber Dr. Franz, weil man noch viel machen könne. Der natürliche Ablauf bei Knorpelverlust sei Reibung, Entzündung, Schmerz, Schwellung und am Schluss Einsteifung. Das könne der Patient aktiv mit "Entlastung und Bewegung" unterbrechen. Denn ohne Bewegung bekomme Knorpel keine Nährstoffe. Also müsse der Patient Sport treiben und gleichzeitig seine Knie entlasten. Gartenarbeit sei eher weniger geeignet, denn Umgraben, häufiges Bücken, mit der ganzen Körperlast auf den Knien ruhend, könnte laut Franz schädlich sein. Zur Schmerztherapie empfiehlt er Muskelkrafterhalt, Gleichgewichtstraining, aufrechte Körperhaltung, reduzierte Gelenkbelastung und die richtigen Schuhe. Zur Linderung bei Knieschmerzen helfe Kühlung, Schmerzmittel oder eine Injektion.
 "Pech" sei bei allen akuten Verletzungen im Spiel. Deswegen sollte man sich die Buchstabenreihe von PECH einprägen, empfiehlt Franz. Dabei stehe P für "Pause" nach dem Unfall, E für "Eis" zum Kühlen der Verletzung, C für "Compresse", um die betroffene Stelle sanft zusammenzudrücken und H für "Hochlegen" des Knies über Herzhöhe.
 Bei Schwellung durch Prellung, Zerrung oder Knieverletzung helfe Magerquark. Der Eiweißgehalt wirke unterstützend, versicherten beide Sportärzte. Hieß es doch früher: "Magerquark lässt Pferdeküsse abschwellen". 
 Aber beim Kreuzbandriss - häufig "Kampfsport"- Fußball-Schaden, ist alles vergebens, da helfe nur Operieren. Bei offenen Verletzungen sollte man mit dem Arztbesuch nicht warten, denn es könne zur lebensbedrohenden Blutvergiftung kommen, meinte Dr. Franz. Dumpfer, stechender Schmerz beim Bergabwärtsgehen könnte ein Zeichen von beginnendem Knorpelschaden sein. Fußball und Übergewicht erzeugten Kniestress. Die Devise für gesunde Knie laute, "Muskeln dicker, Bauch dünner".
 Der Unfallchirurg ist überzeugt, dass Knorpelzellen-Implantationen helfen. Hyaluronsäure, natürlicher Bestandteil des Knorpels, könne ins Gelenk gespritzt werden und Orthokin habe sich bei Rennpferden in Arabien bewährt. Weihrauchextrakt, Murmeltierfett und Teufelskralle wirkten gegen Gelenkschmerzen. Sie müssten allerdings von guter Qualität sein. Bis sich aber Wirkung zeige, sei Geduld gefragt. Für weitere Naturheilverfahren zitierte Dr. Franz Hildegard von Bingen. Diese empfahl, einen Kalbsfuß auszukochen und den Sud zu trinken. Vielleicht würden dann auch Gummibärchen helfen. Und ein Wundermittel gegen Schmerz? Für Dr. Franz gibt es keine Wundermittel, dafür Goethe: "Wer sich entschließen kann, besiegt den Schmerz", der damit sicher meine, sein Knieproblem zu akzeptieren, nicht herumzusitzen, sondern sich selbst motivieren und Eigeninitiative zu ergreifen, Umhören, wer damit Erfahrung hat, wo ein guter Operateur sitzt, sich selbst ein Ziel mit Bewegung setzen, weil eben Glaube Berge versetze, so Dr. Franz.
 Sein Mitautor des neuen Buches: "Knie-Arthrose - Vorbeugung - Behandlung - Heilung" (Herbig-Verlag), Robert Schäfer, moderierte bei den zahlreichen Fragen und Anmerkungen der Teilnehmer. Viele wollten die Wirkungsweise bekannter und unbekannter Medikamente wissen. Dr. Ofer geißelte dabei den leichfertigen Missbrauch von Tabletten. Auch bei Einnahme von Vitamin E gegen Entzündungen mahnte Ofer, unbedingt auf die Dosierung zu achten, sonst nehme das Herz Schaden. (els/Fotos: els)
Foto unten: (Von links) Moderator und Buchmitautor Robert Schäfer, Knieexperte Dr. Wolfgang Franz und Dr. Helmut Ofer. 


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